Ihre Situation verstehen
Was Sie vorbereiten müssen
- ✓Gehaltsabrechnungen oder Lohnunterlagen, die zeigen, was gezahlt wurde und welche Differenz besteht
- ✓Arbeitsvertrag, Angebotsschreiben oder schriftliche Bestätigung des Gehalts/Lohnsatzes
- ✓Arbeitszeitnachweise (Stundenzettel, Zeiterfassungsprotokolle, E-Mails mit Arbeitszeiten)
- ✓Kontoauszüge, die zeigen, was überwiesen wurde gegenüber dem geschuldeten Betrag
- ✓Jegliche Kommunikation mit dem Arbeitgeber über die ausstehende Vergütung
- ✓Provisionsvereinbarungen oder Bonusregelungen (falls zutreffend)
- ✓Ihre Kündigungsbestätigung oder Ihr Kündigungsschreiben (bei Endabrechnungsstreitigkeiten)
⏰ Frist
Verjährungsfristen für Lohnansprüche: DE: 3 Jahre nach § 195 BGB, Ausschlussfrist oft kürzer nach Tarifvertrag. USA (FLSA): 2 Jahre (3 Jahre bei vorsätzlichem Verstoß), einzelstaatliche Gesetze variieren. UK: Arbeitsgericht 3 Monate minus 1 Tag ab letzter Nichtzahlung. AT: 3 Jahre. Handeln Sie schnell - viele Beschwerdefristen bei Arbeitsbehörden sind kürzer als gerichtliche Fristen.
🏛️ Behörde
DE: Arbeitsgericht, Gewerbeaufsichtsamt. US: Department of Labor Wage and Hour Division, staatliche Arbeitsbehörden. UK: Employment Tribunal. AT: Arbeits- und Sozialgericht. Kleine Forderungen: Amtsgericht/Small Claims Court je nach Betragshöhe.
⚖️ Rechtsgrundlage
DE: §§ 611a, 614, 615 BGB, Mindestlohngesetz (MiLoG), Arbeitszeitgesetz (ArbZG). US: Fair Labor Standards Act (FLSA), einzelstaatliche Lohnzahlungsgesetze. UK: Employment Rights Act 1996, National Minimum Wage Act 1998. Die meisten Rechtsordnungen haben starke gesetzliche Schutzvorschriften für Lohnansprüche.
Experten-Tipps
- 1Berechnen Sie den exakt geschuldeten Betrag einschließlich gesetzlicher Verzugszinsen oder Strafen, die in Ihrer Rechtsordnung gelten können. Manche Länder verdoppeln nicht gezahlte Löhne als Strafe.
- 2Nennen Sie konkrete Daten der Nichtzahlung und die betroffenen Abrechnungszeiträume. Präzision ist wichtig.
- 3Verweisen Sie auf das relevante Gesetz namentlich - selbst die bloße Nennung des 'Bürgerlichen Gesetzbuchs' oder 'Mindestlohngesetzes' zeigt, dass Sie Ihre Rechte kennen und durchzusetzen bereit sind.
- 4Weisen Sie darauf hin, dass Sie bei Nichterfüllung Beschwerde bei der zuständigen Arbeitsbehörde einlegen und/oder Klage erheben werden. Beschwerden bei Arbeitsbehörden sind oft kostenlos und können Ermittlungen auslösen.
- 5Dokumentieren Sie, wann Sie das Mahnschreiben versandt haben und ob eine Antwort erfolgte. Nichtreaktion kann in Verfahren selbst relevant sein.
- 6Wenn Ihnen Endabrechnung nach Beendigung zusteht, verhängen viele Rechtsordnungen zusätzliche Strafen gegen Arbeitgeber, die nicht fristgerecht zahlen - erwähnen Sie dies.
- 7Falls Sie einen Aufhebungsvertrag mit Verzichtserklärung unterschrieben haben, prüfen Sie diesen sorgfältig - Sie könnten auf Lohnansprüche verzichtet haben.
