Ihre Situation verstehen
Was Sie vorbereiten müssen
- ✓Grundsteuerwertbescheid und/oder Grundsteuermessbescheid des Finanzamts
- ✓Grundsteuerbescheid der Gemeinde
- ✓Grundbuchauszug mit Flächenangaben
- ✓Auszug aus dem Liegenschaftskataster
- ✓Bodenrichtwertinformation (BORIS-Portal)
- ✓Baupläne, Wohnflächenberechnung und Gebäudedokumentation
- ✓Gutachten über den Verkehrswert (falls vorhanden)
- ✓Nachweise für Befreiungen (Denkmalschutz, Gemeinnützigkeit)
- ✓Vergleichsdaten benachbarter Grundstücke
- ✓Kopie der Grundsteuererklärung (Feststellungserklärung)
⏰ Frist
Einspruch gegen Grundsteuerwertbescheid: 1 Monat ab Bekanntgabe. Einspruch gegen Grundsteuermessbescheid: 1 Monat. Widerspruch gegen Grundsteuerbescheid der Gemeinde: 1 Monat (in den meisten Bundesländern). Klage beim Finanzgericht: 1 Monat nach Einspruchsentscheidung. Im Zweifel fristwahrend Einspruch einlegen.
🏛️ Behörde
Finanzamt (Einspruch gegen Grundsteuerwert- und Messbescheid), Gemeinde (Widerspruch gegen Grundsteuerbescheid), Finanzgericht (Klage)
⚖️ Rechtsgrundlage
Grundsteuergesetz (GrStG), Bewertungsgesetz (BewG), Länderspezifische Grundsteuergesetze, Abgabenordnung (AO, Paragraph 347 ff. Einspruchsverfahren). BVerfG-Urteil zur Grundsteuer 2018.
Experten-Tipps
- 1Legen Sie fristwahrend Einspruch ein, auch wenn Sie die Begründung noch nachreichen. Die Frist von 1 Monat ist strikt und beginnt mit der Bekanntgabe des Bescheids.
- 2Prüfen Sie zuerst den Grundsteuerwertbescheid, da dieser die Grundlage für den Messbescheid und den Grundsteuerbescheid bildet. Fehler hier wirken sich auf alles aus.
- 3Vergleichen Sie die Flächenangaben im Bescheid mit dem Grundbuch und Kataster. Flächenfehler sind einer der häufigsten Gründe für fehlerhafte Bescheide.
- 4Prüfen Sie den Bodenrichtwert im BORIS-Portal Ihres Bundeslandes. Wenn der angesetzte Wert nicht zu Ihrer konkreten Lage passt, dokumentieren Sie die Abweichung.
- 5Wenn der Grundsteuerwert den Verkehrswert Ihres Grundstücks deutlich übersteigt, lassen Sie ein Gutachten erstellen. Das BVerfG hat eine übermäßige Bewertung als verfassungswidrig eingestuft.
- 6Beantragen Sie gleichzeitig Aussetzung der Vollziehung (AdV), um die Zahlung der strittigen Steuer bis zur Klärung auszusetzen.
- 7Prüfen Sie, ob Musterverfahren zu Ihrer spezifischen Frage beim Finanzgericht anhängig sind. Ein Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung des Musterverfahrens kann sinnvoll sein.
- 8Für denkmalgeschützte Gebäude oder gemeinnützige Nutzung stellen Sie sicher, dass die entsprechende Befreiung beantragt und berücksichtigt wurde.
- 9Nutzen Sie die Beratung eines Steuerberaters oder der Grundeigentümerverbände (Haus und Grund). Die Kosten können sich bei fehlerhaften Bescheiden schnell amortisieren.
- 10Dokumentieren Sie alle Fehler systematisch und legen Sie für jeden Fehler die korrekten Daten mit Belegen vor.
- 11Vergleichen Sie Ihren Grundsteuerwert mit dem von Nachbarn mit ähnlichen Grundstücken. Große Abweichungen können auf Bewertungsfehler hindeuten.
- 12In Bayern (Flächenmodell) prüfen Sie, ob die Flächen und Äquivalenzzahlen korrekt sind. In Baden-Württemberg prüfen Sie den Bodenrichtwert und die Steuermesszahl.
- 13Erwägen Sie den Anschluss an ein Musterverfahren, um Kosten zu teilen und von einer Grundsatzentscheidung zu profitieren. Informieren Sie sich beim Bund der Steuerzahler über aktuelle Musterverfahren zur Grundsteuerreform.
Benötigtes Dokument
Verwaltungsbeschwerde
Mehr erfahren →
Grundsteuer-Widerspruch - Überhöhte Bewertung reduzieren
Erstellen Sie ein professionelles Grundsteuer-Widerspruchsschreiben in Minuten. US, UK, deutsche & französische Bewertungen mit KI anfechten.
